Geschrieben von:Students Stories
Datum:May 21, 2014
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Ich blieb hier (viel) länger als geplant!

Ich bin zwar Franzose aber ich habe in Florida gelebt. Da mein Arbeitsvisum auslief hatte ich die Option nach Frankreich zurückzukehren oder gleich in ein anderes Land zu ziehen. Ich habe in den Vereinigten Staaten einige Chilenen getroffen. Wir haben uns sofort angefreundet und sie wollten einfach nicht aufhören mir zu erzählen wie toll Chile ist. Ich dachte, dass ich mir das mal selbst anschauen sollte und beschloss nach Chile zu ziehen. Erstmal für ein oder zwei Jahre. Das war mein Plan…

Ich muss ehrlich zugeben, dass Santiago schon etwas anders ist! Mal abgesehen davon, dass die Stadt viel entwickelter war als ich dachte, war ich angenehm überrascht, als ich niedliche Gassen, wunderschöne Gebäude, eine reiche Kultur, positive Atmosphäre und viele Grün vorfand.

Natürlich war das alles sehr schön aber ich konnte immer noch kein Wort Spanisch und wenn ich hier bleiben wollte, dann musste ich eine Sprachschule finden. Die erste, die ich fand war teuer und hatte nur Privatstunden angeboten: so konnte man leider keine Mitmenschen treffen, denn bisher kannte ich ja nur die beiden Chilenen aus den USA! Die Schule hat mir dann aber aber eine andere Schule empfohlen, bei der ich dann letztendlich auch blieb. Dennoch: Eine Schule die mich an die Konkurrenz weiterleitet? Das musste ich mir genauer anschauen!

Ich war kaum in der neuen Schule als ich feststellte, dass das der richtige Ort für mich war. Am Empfang wurde ich von der Schulsekretärin mit großer Sympathie und Geduld begrüßt. Immerhin musste sie mit meinem schlechten Spanisch klarkommen. Fünf Minuten später traf ich mich mit dem Schulleiter, der mir auf Englisch erklärte, wie die Schule funktioniert. Danach habe ich einen Einstufungstest absolviert, damit das Personal mein Spanischniveau einschätzen konnte. Ich konnte zu der Zeit aber nicht viele Fragen beantworten. Fünf Minuten später habe ich mich schon für ein paar Nachmittagsaktivitäten (Rafting, Dünenfahrten, Stadtführungen etc.) angemeldet und wiederum fünf Minuten später habe ich schon meine ersten Freunde getroffen, die genau wie ich Spanisch lernen und verbessern wollten. Ich konnte es kaum erwarten, dass der Unterricht anfängt.

Meine Lehrer waren einfach die Besten! Sie hatten auf alles eine Antwort und wir haben immer in einer entspannten Atmosphäre gelernt. Wir haben sogar Spiele gespielt, die dann einige von uns absichtlich verloren haben nur um die Lehrer zu ärgern, aber das hat sie meist nicht gestört. Wir haben uns alle so gut verstanden so das wir wussten das es nur ein Scherz war. Ich habe es dann auch irgendwie geschafft die spanische Grammatik sehr schnell zu verstehen und mein Vokabular ist im Vergleich zu meinem ersten Tag in Chile viel besser geworden. Und das in nur zwei Monaten. Ich habe nun das Gefühl an einer Unterhaltung ohne Probleme teilnehmen zu können.

Und wie ich das tat! Denn letztendlich wurden alle Lehrer und das Personal der Schule meine Freunde. Ich habe sogar die anderen Schule der Kette besucht (wie zum Beipsiel Bariloche und Buenos Aires in Argentinien). Ein Freund führte zum Nächsten und nach einem Jahr hatte ich ein so tolles Netzwerk an Freunden so das ich einfach noch nicht gehen wollte. Chilenen sind einfach so nett und das Leben in Chile machte soviel Spass, dass es zu schön war jetzt zu gehen.

Ich war dann dreieinhalb Jahre in Chile. Ich hätte nie gedachte, dass ich so lange bleibe. Ich habe mir oft gedacht: „Mein Gott, danke das ich diese Leute an der Schule getroffen habe, sonst wäre mein Aufenthalt in Chile bestimmt nicht so toll gewesen!“. Die Schule hat mir nicht nur ein tolles Spanisch gegeben, sondern hat meinen kleinen Ausflug in etwas Großartiges verwandelt. Ich plane bereits für meinen Urlaub nach Chile zurückzukehren!

Niko (Frankreich)