Geschrieben von:Sprachreisen
Datum:July 11, 2008
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San Giovanni – Ich komme immer wieder zurück!

San Giovanni_1Als ich anfing, nach Italienischschulen zu suchen, wollte ich einen Zugang zum echten Italien, jenseits von Touristenansammlungen und den McDonald‘s und Starbucks, die man in jeder Großstadt findet. Gleichzeitig wollte ich aber in der Nähe von berühmten Städten sein – man kann schließlich nicht den ganzen Tag nur studieren! Nach intensiver Recherche entschied ich mich für die Schule in San Giovanni Valdarno, eine familiengeführte Einrichtung in der Toskana.

Das ist jetzt fast zehn Jahre her und ich komme seit dem jedes Jahr wieder zurück an die kleine Schule in San Giovanni Valdarno. Warum? Weil ich einen Eindruck davon bekomme wie es ist, in Italien zu leben. In der Stadt ist es unglaublich einfach herumzukommen – alles ist zu Fuß zu erreichen und die Wege sind angenehm flach. Man kann fünf Minuten mit dem Rad aus der Stadt fahren und befindet sich inmitten der wunderschönen toskanischen Landschaft. Mit dem Zug ist man in 40 Minuten in Florenz und in nur 30 Minuten in Arezzo.

Was zu einem besonderen Aufenthalt in San Giovanni beigetragen hat, war die Art wie mich die Menschen behandelt haben – mit einer Wärme und einem Interesse, das einem denke ich nicht in touristenüberfluteten Gebieten der Toskana entgegengebracht wird. Die Einwohner haben mich mit frischen Tomaten versorgt, mir beigebracht, Steinpilze zu kochen, mir ihre Türen geöffnet und sich mein gebrochenes Italienisch angehört. In einem Jahr hat mein Computer in meinem Apartment ein Wifi-Signal erkannt, das passwortgeschützt war. Durch Ausschlussprinzip konnte ich ausmachen, zu welchen Nachbarn es gehörte und als ich an deren Tür klopfte, ließen sie mich herein und halfen mir, mit meinem Computer Zugriff auf ihr System zu erhalten. Eine meiner ersten Vermieterinnen hat mich zu ihrer italienischen Cousine gemacht, mir Panettone zu Weihnachten geschickt und mich dazu gebracht, als Englischlehrerin zu arbeiten!

San Giovanni_2Und dann ist da die Schule selbst. Die zwei Schuldirektorinnen haben immer alles getan was sie konnten, um meinen Aufenthalt angenehm zu gestalten. Im Laufe der Jahre habe ich mitbekommen, wie sie mit 18-jährigen oder älteren Frauen mit Liebeskummer, die ein ruhiges Apartment brauchten, umgingen – mit Ruhe, Sorgfalt und Fürsorge. Einmal lief das Waschbecken in meinem Apartment über. Als die italienische Version des Abflussreinigers Drano keine Wirkung zeigte, wurde mir angeboten, in einem anderen Apartment zu wohnen bis das Problem gelöst war.

Bei Exkursionen wissen die Reiseführer immer fast alles, was es zu wissen gibt – von der Geschichte der Region über Kunst bis hin zu den besten Plätzen, um Eis oder bestimmte lokale Delikatessen zu bekommen. Ich weiß jetzt, wo die besten Cantucci der Toskana zu finden sind (eine schwere Entscheidung zwischen Prato und einer kleinen Stadt am Fuße von Cortona) und wo es die beste Cecina (ein Kichererbsen-Pfannkuchen) gibt – in Lucca. Durch die Schule in San Giovanni habe ich nicht nur gelernt Italienisch zu sprechen, sondern durch die organisierten Exkursionen und Aktivitäten auch einen echten Einblick in die italienische Kultur, die italienische Lebensweise sowie die unglaubliche Geschichte dieser Region bekommen.

Die Lehrer der Schule sind einfach ausgezeichnet! Nicht nur weil sie wissen, wie man fremdsprachige Studierende unterrichtet, sondern auch weil sie über außergewöhnliches kulturelles Wissen verfügen: Ich habe Privatunterricht in den Bereichen arabische Kunst, zeitgenössische Literatur und Film, sowie lokale Legenden erhalten! Ein bestimmter Lehrer weiß wirklich alles über modernes italienisches Kino, und ein anderer hat eine Leidenschaft für klassische italienische Filme. Oft haben sie sogar ihre umfangreiche Sammlung durch einen Film ergänzt, den ich gerne sehen würde.

Die Lehrer der Schule haben mir die ganze Zeit über das Gefühl gegeben, dass ihnen meine Interessen und Anliegen wichtig sind. Ihre Geduld und Freundlichkeit hat mir sehr dabei geholfen, Italienisch zu lernen und genau deshalb habe ich diese Schule gewählt und komme Jahr für Jahr immer wieder zurück.

– Kirsten (USA)