Geschrieben von:Students Stories
Datum:May 21, 2014
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Es ist kälter als Spanien!

Es gibt für mich nicht genug Adjektive um meinen Aufenthalt in Quebec zu beschreiben. Ich kann nur sagen, dass ich dort drüben eine andere Welt entdeckt habe! Ich lebe in Spanien, sehr nahe an der französischen Grenze, und als ich mich entschieden habe mein Französisch in einem französischsprachigen Land zu verbessern, habe ich an Kanada gedacht. Kanada ist das perfekte Land um eine neue Kultur und einen anderen französischen Dialekt kennenzulernen. Was ich dort gefunden habe hat sogar meine Erwartungen übertroffen. Alles angefangen von den Menschen, über das Essen bis hin zu der neuen Winterwettererfahrung war spannend und faszinierend für mich!

Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass es so kalt wird! Sie sagen jetzt sicher „ Ja, du bist Spanierin! Du weisst nichts über die Kälte!“. Naja das stimmt vielleicht… aber im Februar waren es 50 Grad minus! Ich habe alle Sachen, die ich mithatte, angezogen: Thermounterhosen, T-Shirts, zwei Paar Hosen, langärmelige Shirts, einen Pullover, einen riesigen Fellmantel, ein Schal, Mütze und Handschuhe! Ich konnte immer noch die kalte Luft durch die Klamottenschichten spüren. Es war eine gute und spannende Erfahrung, dass ich es so immerhin eine Stunde draussen ausgehalten habe um die Karnevalparade in den Strassen Quebecs zu sehen. Aber eigentlich auch nur Dank des Caribou! Das ist ein typisches, stark alkoholisches Getränk, dass ich sonst nicht getrunken hätte, wenn es mich nicht warm gehalten hätte.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich eigenlich nicht an einem so kalten und schneereichen Ort für den Rest meines Lebens wohnen könnte. Aber da ich ja nur für ein paar Monate da war, hatte ich riesigen Spass und ich habe versucht das Beste daraus zu machen. Ich habe mir Secondhand-Schlittschuhe gekauft und konnte draussen Schlittschulaufen gehen. Mein Lieblingsort war eine Eislaufbahn nahe der Stadtmauer wo ich viele Quebéquoisfamilien getroffen habe, die ihren Kindern Schlittschuhlaufen beibringen. Und auf einer anderen Eislaufbahn neben Le château Frontenac, gleich vor dem gefrorenen Fluss Saint Laurent habe ich mich wie in einem Märchen gefühlt! Ich habe mich aber nie getraut auf zugefrorenen Seen und sogar auf dem gefrorenen Fluss Schlittschuh zu laufen. Ich hatte zuviel Angst ich würde einbrechen nur um plözlich von Lachsforellen und eiskalten Wasser umgeben zu sein!

Eine andere Sache, die ich wirklich liebte war das Entdecken und Bewundern der Eisskulpturen während der Karnevalszeit! Ich habe sogar einige der Künstler getroffen, die die Skulpturen formen und ich hatte mit ihnen einen nette Unterhaltung. Eine von ihnen, Sophie, hat mich sogar zum Brunch mit ihrem Ehemann eingeladen! Wir sind in das Concorde gegangen. In diesem Hotel gibt es ein Restaurant im höchsten Stockwerk des Gebäudes und es dreht sich um sich selbst! Das Essen war so gut! Ich habe viele tolle Sachen gegessen, während ich mich mit den Québequoispaar unterhalten habe und die ganz in Weiß getauchte Stadt an einem wirklich sonnigen, wenn auch eiskalten Tag bestaunt habe.

Ich habe eine Menge Französisch in Quebec gelernt! Die Lehrer waren großartig und ich denke ich habe mein Französisch während meines Aufenthaltes sehr verbessert. Ich habe jeden Tag in Alltagssituationen und mit meinen vielen neugefundenen Freunden geübt.

Wenn mich Leute fragen: „Was hast dir am Besten gefallen?“ dann ist diese Frage für mich nur schwer zu beantworten. Es ist sehr schwer zwischen den ganzen Dingen, die ich gesehen und erlebt habe zu wählen. Ich muss allerdings sagen, dass die Menschen das beste Souvenir für mich aus Quebec ist. Mehr als alles andere haben sie mich am Meisten beeindruckt. Sie waren so lieb und warmherzig! Sie waren sehr daran interessiert Menschen aus anderen Kulturen kennenzulernen und sie haben mich überall angesprochen: im Bus, im Shoppingcenter, auf der Strasse… So habe ich die Möglichkeit bekommen viele von ihnen kennenzulernen und kann nun mit Stolz behaupten, dass ich sehr gute Freunde in Quebec habe!

Estela (Spanien)