Geschrieben von:Students Stories
Datum:November 8, 2019
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Cusco? Ich Alpaka meine Sachen

Cusco ist die faszinierendste und schönste Stadt, die ich jemals gesehen habe, Ein Ort voller Geschichte und reich an kulturellem Erbe. Für mich ist die Stadt ein Kleiner Juwel in den Anden, eine Schatztruhe, die jede Person mal gesehen haben sollte. Cusco hat so viel zu bieten, von seiner bezaubernden Kunst und Architektur, viele interessante Museen, schöne Bars und Restaurants und atemberaubenden Landschaften umgeben die Stadt.

Cusco war die Hauptstadt der Inka, die prächtigen Inka-Mauern findet man immer noch in vielen Straßen des Stadtzentrums. Als ich durch diese Straßen gelaufen bin konnte ich den Kontrast der spanischen Steine und der der Inka erkennen sowie viele Balkone im spanischen Kolonialstil. Vom ersten Tag an hat mich die Schönheit des Plaza de Armas gefesselt, mit seiner majestätischen Kathedrale und seinen typisch spanischen Gebäuden. Man kann hier Stunden verbringen, denn die Architektur der Inka ist faszinierend. Ein Beispiel für den Perfektionismus der Inka ist der 12-kantige-Stein, welcher Teil der Mauer des Erzbischoffspalastes ist.

Der erste Eindruck

Die Menschen in Peru sind sehr freundlich und einladend, als ich am Haus meiner Gastfamilie ankam, wartete diese draußen und gab mir einen warmen Empfang und sofort das Gefühl, dass ich zu Hause bin. Es sind liebenswerte und herzliche Menschen, eine wunderbare Gastfamilie und absolut perfekt! Die Mahlzeiten waren immer lecker und sehr gesund, ihre Gemüsesuppe, Reis und Kartoffeln haben mir am besten geschmeckt. Ich hatte das Glück, dass ich mich viel mit der Familie unterhalten konnte, auch wenn sie etwas Englisch und Italienisch sprechen konnten, haben wir uns nur in Spanisch unterhalten, was meine Sprachreise noch intensiver gemacht hat.

An meinem ersten Schultag habe ich an einem Leveltest teilgenommen und hatte eine Orientierungsrunde. Die Schule gibt im Regelfall allen Ratschläge was Sicherheit; Gastfamilien und generelle Dinge, über die man sich bewusst sein muss während der Reise, wie zum Beispiel auch die Unterrichtsregeln. Am selben Morgen konnte ich bei einem Stadtrundgang mitmachen, der von dem Schulpersonal geführt wurde, und das Stadtzentrum erkunden. Das Personal gab uns wichtige Informationen wo wir bestimmte Orte finden und über die Geschichte und Kultur von Cusco.

Spanischunterricht in Cusco

Mein Unterricht begann nachmittags um 14:30. Ich hatte mich für einen Intensivkurs mit 20 Stunden pro Woche eingeschrieben. Die meiste Zeit war ich in einer semi-individuellen Klasse, außer am letzten Tag an dem ich in einer Vormittagsklasse saß, um am Nachmittag an einer Exkursion teilzunehmen. Der Kurs war sehr hilfreich und ich habe dadurch einen wahnsinnigen Fortschritt machen können, und das auch schon nach einer Woche.

Der Kurs basiert auf Kommunikation und viel Interaktion zwischen der Klasse und mit der Lehrkraft. Während der Zeit im Kurs konnte ich meine Grammatikkenntnisse verbesserrn, vor allem was die Konjugation und Zeitformen angeht. Ich habe die Sprache außerdem viel geübt, indem ich gelernt Vokabeln und Zeitformen in Gesprächen über den Alltag oder Filme nutzte; wir haben auch über gesellschaftliche Themen mit der Lehrkraft diskutiert. Wir zum Beispiel eine Dokumentation und ein Märchen geschaut, mit einer anschließenden Diskussion über das angesprochene Thema, wir haben auch Geschichten in Spanisch geschrieben und Spiele gespielt, die so gestaltet waren, dass wir unser Vokabular erweitern konnten. Evelyn war eine großartige Lehrerin! Ihre Methoden, Motivation und Enthusiasmus während des Unterrichts spiegeln ihre Erfahrung und hohe Qualität wieder, die meine Erwartungen übertroffen haben!

Freiwilligenarbeit

Ich hatte ebenso die Möglichkeit, zwei Kindergärten zu besuchen, in denen unsere Schule Freiwilligenarbeit organisiert. Sie haben Kinder von 3 bis 5 Jahren und liegen in einer sicheren Gegend nur 20 Minuten Busfahrt vom Stadtzentrum entfernt. Ich wurde von Personal der Schule begleitet, welches mir erzählte, dass es nicht genug Lehrkräfte für die Kleinen gibt und Frewilligenarbeit unglaublich hilfreich und unterstützend ist.

Nachleben

Cusco ist eine lebendige Stadt, mit so vielen Sachen die man sehen und erleben kann, einem aufregenden Nachtleben, vielen Bars und Cafés und Restaurants, die alle sehr günstig sind, haben Sie hier die Qual der Wahl! Ich möchte auch hinzufügen, dass ich mich als alleinreisende Frau nicht eine Sekunde bedroht gefühlt habe und nachts sicher durch die Straßen gehen konnte. Empfehle aber trotzdem, ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und immer ein Auge auf die eigenen Wertsachen zu werfen. Auch wenn ich Cusco für sehr sicher halte, habe ich gerne ein Taxi in der Nacht genommen, um zurück zu meiner Unterkunft zu kommen, das hat nur 7-8 peruanische Sol gekostet (ca. 2€)

Museen

Es gibt so viele Orte und Museen, die man im Stadtzentrum besuchen kann. Das Museo Inka ist sehr zu empfehlen, da es wichtige Objekte, Goldarbeiten, Töpferei und Gefäße aus der Inkazeit sowie das Museo de Arte Precolombino, welches die Kunst aus der Antike Perus ausstellt.

Auch zu empfehlen ist ein Besuch des Qorikancha, der wichtigste Tempel der Inka, welcher die Inkaruinen und Nonnenkloster von Santo Domingo umfasst. Dieses war zu der Zeit der Inka mit Gold überzogen – ich kann mir nicht vorstellen wie glorreich und schillernd es vor Jahrtausenden war – doch als die spanischen Besatzer in Südamerika ankamen, wurde das Gold geplündert. Für Tierliebhaber kann ich nur den Campo de Artesanos empfehlen, welcher nur 2 Minuten zu Fuß von Plaza de Armas entfernt liegt. Hier hatte ich eine schöne Begegnung mit Alpakas und Lamas und ich hatte die Möglichkeit, ein paar Fotos mit diesen wunderschönen Tieren zu machen. Ein anderer Ort, der einen Besuch wert ist, ist der San-Pedro-Markt, wo man wortwörtlich alles findet, von Kleidung und Kunsthandwerk über Souvenirs zu günstigem Essen. Hier habe ich auch den für Peru typischen Chicha morada ausprobiert und wurde nicht enttäuscht!

 

Die Schule hat viele Ausflüge für mich organisiert, was perfekt lief, und ich viele schöne Erinnerungen behalte. Ich kann das Touristenticket (Boleto túristico), welches Ihnen Zugang zu vielen archäologischen Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Cusco sowie Eintritt zu viele Museen der Stadt. Es ist möglich ein kleines Ticket für 70 Sol mit 2 Tagen Laufzeit zu kaufen oder das Komplettticket für 130 Sol und 10 Tagen Laufzeit. Bei manchen Ausflügen war ich die Einzige, die keine Muttersprachlerin war, der Führung zuzuhören war für mich wie eine zusätzliche Spanischstunde und ich habe es wahnsinnig genossen.

Archäologische Wunder und Exkursionen

Einen Freitagnachmittag habe ich die Kathedrale und 4 archäologische Orte nicht weit von Cusco entfernt: Saqsaywaman, Tambomachay, Puka Pukara und Qenqo. Ich habe eine Leidenschaft für die Antike und ihre Zivilisation, was einer der Gründe ist warum ich nach Cusco gereist bin. Die Inkaruinen in Saqsaywaman ist eine unglaubliche Festung mit riesigen Steinen, die zum Bauen der Wände genutzt wurden, einst voller Gold. Ich war erstaunt über die schiere Größe der Steine und wie sie perfekt zusammengefügt wurden. Tambomachay ist eine weitere sehr interessante Sehenswürdigkeit, welche aus Aquädukten und kleinen Wasserfällen (die man auch „Inkabäder“ nennt) besteht. Man glaubt dieser Ort wurde von den Inkas zu zeremoniellen Zwecken genutzt. Puka Pukara diente militärischen Zwecken, dem Sonnenuntergang zuzuschauen, während wunderschöne Farben von den Gebäuden reflektiert wurden, umgeben von einer atemberaubenden Landschaft, war ein wahrer Genuss. Qengo ist ein Ort, der für religiöse Zwecke und Rituale genutzt wurde, einschließlich kleiner Höhlen und unterirdischen Räumen, von denen man ausgeht, dass dort Opfergaben stattfanden.

Eine andere Exkursion, die ich nur empfehlen kann und die von der schule organisiert wurde, ist die archäologische Stätte von Moray und den Salzminen. Moray ist eine Inkaruine, die 50km von Cusco entfernt liegt und besteht aus mehreren ringförmigen Terrassen die 150 Meter nach unten verlaufen. Man glaubt, dass die Inka diese Ringe für landwirtschaftliche Experimente bauten. Diese Ringe sind gewaltig und perfekt geschaffen. Die Salzminen oder auch Salinas de Maras bestehen aus viereckigen Salzfeldern, die über ein riesiges Gebiet verlaufen, und wurde noch vor den Inkas zur Salzgewinnung benutzt. Die Mischung aus den weißen und pinken Feldern, dem braunen Berg und blauen Himmel bieten eine fantastische Szenerie.

Archäologische Stätte Moray – Inka-Terrassen in Peru

Wochenendexkursionen und Machu Picchu

Am Wochenende nahm ich an einer Reise nach Pisaq und Ollantaytambo – welches Teile des Heiligen Tals der Inka sind – teil. Nachdem ich den beliebten Pisaq-Markt besucht hatte, schaute ich mir die Ruinen von Pisaq genauer an, hier konnte ich die beeindruckenden Terrasse, die die Inka für Landwirtschaft und Bewässerung nutzten, bestaunen, genauso wie die Zitadelle an der Spitze des Berges. Der nächste Halt war dann Ollantaytambo; Die Stufen zu den Überresten der Inka werde ich wohl nie vergessen, hier bot sich mir ein atemberaubender Ausblick. Dieser Ort war ein religiöser Dreh- und Angelpunkt, aber auch der Ort, an dem die Inka die Spanier im Kampf besiegten. Am selben Tag nahm ich den Zug nach Aguas Calientes. Hier übernachtete ich und machte mich für die größte Attraktion in ganz Peru bereit: Machu Picchu.

Ich bin sehr früh am nächsten Morgen aufgestanden und nahm den Bus zu den Ruinen von Machi Picchu. Nach gut 30 Minuten war ich da, an einem unglaublichen und unfassbar spektakulären Ort – ich kann meine Aufregung und Freude kaum in Worte fassen, als Machu Picchu in all seiner Pracht und Schönheit vor mir lag! Diese wundervolle „verlorene Stadt“ wurde vor 100 Jahren entdeckt (auch wenn die Einheimischen schon wussten, dass es existiert) und seit 2007 als eins der neuen 7 Weltwunder gilt. Glücklicherweise haben die spanischen Besetzer diesen Ort nie gefunden und konnten ihn somit nicht seiner Schönheit berauben. Es ist unvorstellbar, dass diese Zitadelle ohne die Nutzung moderner Technologie gebaut wurde; stattdessen ist es Beweis für die Genialität der Inka. Es kann ein paar Stunden dauern, sich ganz Machu Picchu anzuschauen, der Ort ist auch nur an bestimmten Zeiten zugänglich. Ich empfehle Ihnen also, den Ausflug im Voraus zu planen.

Monia in Machu Picchu, Peru

Ich habe 9 Tage in Cusco verbracht und habe jeden einzelnen sehr genossen, meinen Unterricht, die Zeit mit den anderen aus meiner Klasse, das Personal der Schule, meine Gastfamilie und die unglaublichen Exkursionen, denen ich teilnahm, haben dazu beigetragen. Ich werde diese magische Zeit wahrscheinlich nie vergessen!

 – Monia Dini, November 2019